1
Rituale
.
Bjoerc stellte den Kontakt zu seinem höherem Selbst mit zwanzig tiefen, verbundenen Atemzügen her. Dann bereitete er das Badezimmer mit Kerzen und Moschus-Sandelholz für eine Meditation vor. Das Wasser hatte genau die richtige Temperatur, als er in den Schaum eintauchte. Seine Ohren lagen unter dem Wasserspiegel, als er mit offenem Mund ein- und ausatmete. Nach einer halben Stunde legte er sich in sein Bett, umhüllt von einer flauschigen weißen Bettdecke. Mit der Fernbedienung aktivierte er die Musik für Zeitreisen. Eine Stunde später schlief er ein.
Als er aufwachte, wusste Bjoerc, wie er seinen Auftrag durchführen würde. Zunächst telefonierte er mit der Reikimeisterin Prem Anamo, anschließend legte er ein ausführliches Tarot mit der Bezeichnung „Das Geheimnis der Hohepriesterin“. Dann machte er Nadabrahma, eine tibetische Klangmeditation. Seine alte Onkyo-Anlage mit den Canton-Klangsäulen hatte immer noch einen guten Klang. Manchmal brummte der Verstärker, doch Bjoerc schub den Kauf eines neuen Soundsystems hinaus.
.
♦ ♦ ♦
.
NADABRAHMA ist eine alte tibetische Klangmeditation, die ich 1996 durch meinen Freund und Meister Osho kennengelernt habe. Eine gute Freundin, bei der ich damals wohnte, stellte mir außerdem ein Radiofeature von Joachim-Ernst Berendt mit dem Titel „Nada Brahma – Die Welt ist Klang“ zur Verfügung. Die Meditation, die ich heute immer noch sehr liebe, ist eine der schönsten, einfachsten und zugleich bewegendsten Techniken. Mit der CD von Osho und Chaitanya Deuter dauert sie eine Stunde; eine halbe Stunde summen, eine viertel Stunde symbolisches Geben und Nehmen, eine viertel Stunde ruhen.
.






