Wenn ich es richtig sehe, fühle, wahrnehme, ist das Projekt TABU jetzt beendet. Am 12. Januar begann alles ganz harmlos mit dem Beitrag WITH THE BEATLES und zwei Tage später meldeten sich die ROLLING STONES als meine Schutzengel an.
Nach einer Woche startete ein künstlerisches Schaffen, wie ich es mir immer gewünscht habe. Du schreibst etwas, weil ES in dir, aus dir heraus schreiben will. Nicht zur Erfüllung eines EGO-Wunsches, sondern, weil es etwas zu sagen hat. Nicht für die Erben, sondern für Dich und für Dich und für Dich. Für meine Kinder, für meine Meisterinnen und Meister, für meine Freunde.
Nachts nicht schlafen können – der Halbschlaf begleitet liebevoll die Nachtstunden – dann, lange vor dem Aufstehen, sitzt der Kerl wieder vor der Tastatur und schreibt und schreibt. Erst häppchenweise, dann mutiger. Jeden Tag ein wenig, mal eine DIN A 4 – Seite, mal anderthalb, mal zwei. Eigentlich wollte ich dieses Jahr mehr als 300 Seiten geschrieben haben, doch nach vier Tagen Atemmeditation war das Ende des ersten Abschnitts nach sechs Wochen Arbeit erreicht.
Als ich 1958 im Alter von vier Jahren meiner Patentante in Sillenstede die evangelische Kirche zeigte, sprang ich spontan auf die Kanzel, zeigte ihr voller Freude „meine“ Kirche, rannte wieder runter, sprintete zum Altar und versteckte mich. Leider währte mein Spiel nicht lange. Ella bekam zwar keinen Herzinfarkt, aber sie war kreidebleich geworden und bat mich aufzuhören, weil der liebe Gott das nicht wolle.
„So ein mieser Gott kann nicht meiner sein,“ dachte ich mir und machte meine Scherze weiter. So wurde ich zum ersten Mal aus der Kirche gezerrt – emotional, nicht physisch. Zur Säule von Sillenstede erstarrt, verharrte meine Patentante, bis ich ihr alles gezeigt hatte – auf meine Weise. Von da an wusste ich, dass es TABUS gab.
Fünf Jahre später zeichnete ich in Accum die evangelische Kirche auf meinen Zeichenblock, wenige Tage in Sillenstede die Kirche, ebenfalls in frischer Luft, dann – direkt darauf – eine Zeichnung im Heimatkundeunterricht. Ich malte ein Schiff, und ich weiss es heute noch, als wäre es vor einer Stunde gewesen, taufte ich das Schiff mit den Gedanken: „Tue es, nenne es TABU. Du weisst nicht, warum Du es tun sollst, aber tue es.“ So begann meine Odyssee.
Nachdem ich durch das MULTIMEDIAPROJEKT zu der Erkenntnis gekommen bin, dass TABUS die eigentlichen Insignien weltlicher und religiöser Macht sind, fand ich es an der Zeit, das Projekt zu beenden. Doch mein Inneres wollte, dass es weiter schreiben kann. So entstanden die GESCHICHTEN AUS DER HÖLLE, ein (fast) autobiographischer Abriss, der die Leserinnen und Leser bis an die Schmerzgrenze des Miterlebens führt. Die Fähigkeit, das alles schreiben zu können, hängt mit der Kraft der Liebe, des Verzeihens und Vergebens zusammen. Und genau diese Kraft verlieh mir die Flügel, ehrlich sein zu können.
Es folgte eine weltliche Eskapade. Denn was wird aus einem Autor, der nur für die Schublade oder für das Internet schreibt? Das soll kein versteckter Angriff gegen meine Leserinnen und Leser im Netz sein. Doch es dreht sich um das Brot von morgen, um das Trinken, die Wohnung, die Musik und die Freuden der Kleidung und Pipapoundtralala. All das braucht der Mensch und vermarktet sich selbst. Der kleine weltliche Exkurs in ein Schreibforum eines renommierten Businessnetzwerks machte mich klüger und uns alle um eine Story reicher.
War’s das jetzt? Nein, was viel Spannenderes sollte mich und meine Kinder in der darauffolgenden Zeit bewegen. Eine Macht, unsichtbar, schmerzhaft, bohrte in meinem Magen. Meine Selbstdiagnose wurde von meiner Heilpraktikerin bestätigt und ich akzeptierte den Tod; jedoch nicht das TABU, über den Tod öffentlich zu sprechen und zu schreiben. So richtete ich das Kaminzimmer ein, kopierte das Bardo im Netz und kommentierte es, frisch, unschuldig, frei – ebenso, wie ich bin.
Die größte Aufgabe war mit meinen Kinder über den Tod zu sprechen. Da merkte ich, dass das Tabu TOD doch noch in mir wirkte. Mein Großvater Karl und mein Onkel Erich starben im Krankenhaus. Was mir weh dabei tat, war, dass sich keiner die Mühe gab, mir nur annähernd zur Seite zu stehen. Zwar habe ich, als mein Opa starb, das Kreuz über meiner Zimmertür für immer und ewig abgenommen. Doch was mich bestürzte, meinen Unmut herbeirief, war das Unvermögen der Erwachsenen, mich mit ins Krankenhaus zu nehmen. Auf einmal waren meine geliebten Menschen weg; die Männer, die mir wichtiger waren als mein Vater. Und ich wusste nicht, wie ich damit umgehen sollte. Ermordete Empathie, hilflose Sehnsucht.
Das Innere hat mir geholfen, behutsam mit meinen Kindern zu reden. Ich entwickelte eine Erzählgeschichte mit einem Papa-Bär und einem kleinen Bären, die durch einen endlos großen Wald wandern. Als der Vater Bär merkte, dass das Thema Tod wichtig weden würde, fragte ich meinen Sohn, ob der Vater es in der Geschichte seinem Sohn erzählen solle, was es mit dem Tod so auf sich hat. Mein Sohn beantwortete mein dreimaliges Anfragen immer eindeutig mit JA.
Eine Woche darauf war ich alleine mit meinem Sohn in unserem Haus. Da der Tod akut nahe war – zumindest schien es mir so – habe ich ihn langsam in die Übergange eingeweiht. Meine Vorstellungen waren so klar, dass ich wusste, dass ich ein Engel sein würde. Ein Engel mit einer unglaublichen Kraft. Ein Engel, der sein Kind begleitet, sich mit ihm unterhält, es beschützt. Wir haben nur gegickert vor Freude, was alles möglich ist.
Meine Engel – und ein paar irdische Freunde – haben mir geholfen, dass Heilung passiert ist. Wie, das kann ich nur ahnen. Jetzt beginnt ein neues Leben.
Ich umarme Dich
Burcado Ajad
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PS
En passant habe ich drei neue kreative Lernfelder entwickelt. Sie heißen: INNER LIGHT PHOTOGRAPHY, CREATIVE SPIRIT WRITING, KUNDALINI INTENSE GROUP. Ich freue mich, wenn Du meine neue Arbeit kennenlernen willst. Schreib mir mal.
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PS PS
Jetzt beginne ich mit den Vorbereitungen. TABU möchte ich mit Lesungen im deutschsprachigen Raum bekannt machen. Ich würde mich freuen, wenn ich einen Mäzen oder eine Sponserin für das Projekt finde. Eine weitere Möglichkeit: Du schaust in Deiner Umgebung nach einem liebevollen Ort für eine Lesung, mobilisierst ein paar Freunde und dann schauen wir zusammen weiter. Magst Du mich hören? Komm und schreibe mir.
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THE WORK IS DONE – BIRTH CONTROL
GAMMA RAY
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