Fotografieren ohne Kamera

By Burcado Nowak

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Wenn Du fotografieren willst, wenn Deine Bilder Tiefe haben sollen, wenn Du mit den Vögeln, mit den Bäumen, mit dem Wald, den Feldern und all den wunderbaren Pflanzen kommunizieren und einzigartige Bilder schaffen möchtest, wenn die Seele – Deine Seele – sprechen soll, dann bist Du hier richtig.

Die Übung kannst Du alleine oder mit einem guten Freund (oder einer guten Freundin) durchführen.

Basis
An welchem Ort möchtest Du heute gerne sein? Der Ort, den Du liebst oder lieben möchtest, ist das Ziel. Die Kamera bleibt zu Hause; dies ist die wichtigste Voraussetzung für das erfolgreiche Bestehen der ersten Übung. Bereite Dich liebevoll auf eine Wanderung zu Deinem Ziel vor; Du solltest mindestens fünf Kilometer an der frischen Luft zu Fuß verbringen. Versorge Dich ausreichend mit Essen und Trinken. Nimm bitte keine Ablenkung wie Walkman, MP3-Player, Zigaretten oder Malutensilien mit. Im Mittelpunkt der Exkursion stehen das Ziel und der Weg der Reise, Du, Deine Wahrnehmungsinstrumente und Dein innerer Zeuge.

Alleine
Auf dem Weg zum Ziel. Immer, wenn Du etwas siehst, was Dir wirklich gefällt, bleibe stehen, schaue es genau an, taste mit den Augen die Konturen ab, empfinde die Farben mit dem Herzen nach, zeichne die Formen und Linien mit der Hand nach.
Wenn Du magst, schließe die Augen, rieche, spüre den Wind auf Deiner Haut, fühle die Sonne auf Deinem Körper, nimm wahr, wenn Wolken die Sonne überlagern. Mache diesen Teil im Hinblick auf alle vier Windrichtungen. Zum Ende jeder Richtung klicke mit linken Zeigefinger auf die rechte Hirnhemisphäre, öffne und schließe Deine Augen dabei blitzschnell und schaue, welche inneren Bilder in Dir nachklingen. Wenn Du am Ziel Deiner Reise angekommen bist, verfahre so wie auf dem Weg. Schön ist es, wenn Du an einem Ort mit wenig Menschen bist.

Zu zweit
Ein vertrauter Mensch führt Dich zu Deinem Ziel; dabei sind Deine Augen geschlossen. Der Vertraute muss absolut auf Dich und Deine Füße und Deine Sicherheit achten. Die gleichen Übungen wie vorher; nur Dein Freund darf dann den „Auslöser“ betätigen. Du erlebst die Natur äußerst intensiv, kannst noch besser die eigentlichen Schwingungen empfinden.

ps
Geben und nehmen. Verabredet Euch so, dass ihr die Rollen tauschen könnt. Beim nächsten Mal führst Du und der andere darf „genießen“.

Am Ziel
Einfach nur Wohlfühlen. Still sein, lachen, tanzen, essen, trinken – all das was Dir in den Sinn kommt. Wenn Du wieder ausgeruht bist, vielleicht mit einem Baum oder einer Pflanze meditieren. Nach der Meditation fotografierst Du das „Objekt Deiner Begierde“ ohne Kamera. Spür, wie einfach und schön diese Kommunikation ist. Dann lass alles auf Dich einwirken. Verschwende keinen (großen) Gedanken daran, dass Deine Kamera nicht dabei ist. Die kommende Nacht und der darauf folgende Morgen sind Bestandteile der ersten Lektion.

Vor dem Schlafengehen eine kurze Meditation, vielleicht fünfzehn Minuten. Lass die Bilder der Wanderung an Deinem geistigen Auge vorüberziehen. Denke nicht; fühle, so gut es geht. Wenn es denken will, lass es zu mit dem Wissen, dass auch das wieder vorbei geht. In der Nacht passiert etwas von alleine, ohne dass Du etwas tun musst.

Am nächsten Morgen nimm Dir fünfzehn Minuten Zeit für eine kleine Meditation. Schau, was passiert.

Wenn Du magst, schreibst Du Deine Erfahrungen auf, vielleicht lässt Du mich und viele andere daran teilnehmen.

Gutes Gelingen.

Love
Burcado

PS
Es ist nicht das Ziel. Es ist nicht der Weg. Es ist das Gehen.  🙂

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Ein Gedanke zu “Ostereier für FotografInnen

  1. Das ist wirklich eine wundervolle Übung, liebster Burcado Ajad,
    eine Übung, die alle Sinne schärft, die dazu anleitet, genau hinzusehen, alles rundherum wahrzunehmen, sich fallen und von der Natur leiten zu lassen… Danke dir, genauso will ich das nächste Mal in den Wald gehen!!! 🙂
    Allerliebste Osterhasengrüße von Elisabeth

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