Das Leben ist sonderbar. Kaum beschäftige ich mit den Themen Faschismus und Krieg, finde ich einen Film von John Carpenter, den ich seit mehr als zwanzig Jahren wertschätze; nicht so sehr, weil er ein Meister des filmischen Grauens ist, sondern weil er genial und vielschichtig ist. Ich schätze ihn  wegen seiner Aussagen gegen Faschismus und Rassismus.

Momentan beschäftige ich mich mit Manipulation. Irgendwann wird dir klar, dass deine Eltern nichts über Liebe wussten, weder über die Liebe zu sich selbst noch die Liebe zu anderen Menschen. Sie verwechselten Liebe mit Trieben und dem eigenen Wunsch nach Geborgenheit. Sie wussten nichts über Zärtlichkeit und Empathie. All das, was eigentlich wichtig ist im Leben, war ihnen unbekannt, sowohl im Privaten als auch im Politischen.

Die Dreharbeiten zu Carpenters Film „Sie leben“ beginnen im März 1988. Die Themen sind Macht und Manipulation. „Ein halbes Prozent der Bevölkerung Amerikas,“ stellt der Regisseur in einem Interview fest, „verfügt über fünfzig Prozent des Wohlstandes des ganzen Landes. Die Nationen der zivilisierten ersten Welt beuten die Menschen der dritten Welt aus, kaufen ihnen die Rohstoffe weg, um ihnen die Produkte später teuer zu verkaufen.“

Wie unfrei das Leben in einem kapitalistischen Staat ist, erfahren Kinder und Eltern durch die Schulpflicht. Der Zwang, einem anonymen Gebilde namens Staat sein Leben geben zu müssen, widerspiegelt sich in der sogenannten Wehrpflicht. Der Kriegsminister heißt Verteidigungsminister, die Kriegsarmee heißt Bundeswehr, deine Zwangsrekrutierung – um nichts anderes handelt es sich – wird dokumentarisch in einem sogenannten Wehrpass festgehalten. Zusammen mit diesem armseligen grauen Wisch hörst du auf, als eigenständiges Wesen zu existieren.

John Carpenter postuliert, daß Außerirdische und eine menschliche Machtelite den Planeten Erde mit allen erdenklichen Methoden ausbeuten. „Was mich am meisten ängstigt, ist die Realität; die Realität, die Politik, die Einstellung der Menschen und ihre offensichtliche Bereitschaft, sich selbst und andere zu zerstören.“

Zwei Tage zuvor sprach ich mit einem türkischen Freund. Er wunderte sich darüber, dass viele Menschen, die in diesem Land aufwachsen, charakterlich härter und arroganter seien trotz einer Schulbildung, die in der Regel weitaus komplexer und intelligenter sei als die in der Türkei. Die Frage ist, was Menschen dumm, brutal und egoistisch macht – ist es das Schulsystem an sich, der Kampf um die Noten und das damit verbundene Leben als Einzelkämpfer?

 John Carpenter geht davon aus, dass Fernsehen, Presse und Werbung die Menschen manipulieren. Die Machthaber seines Films, die sich und ihre Propaganda tarnen, nutzen eine Strahlung, damit die Menschen die Wirklichkeit nicht erkennen können. Das Ziel der Strahlung, die über einen Fernsehsender ausgestrahlt wird, ist die Zerstörung des menschlichen Bewusstseins und seiner Entwicklung zu humanitären Idealen. Die Slogans der Manipulation sind: „Gehorche. Sieh Fernsehen. Heirate und vermehre Dich. Schlafe.“

Schon seit zweiundfünfzig Jahren benutzen Konzerne und ihre Werbeagenturen den Effekt der unterschwelligen Werbung, der sogenannten subliminal advertising oder sub-threshold advertising, eine Form der Werbung, die nicht bemerkt werden kann, weil sie aus sehr kurzen, optischen Botschaften bestehen; sie können mit dem Auge nicht wahrgenommen werden, weil sie verdeckt arbeiten und in ihrer Geschwindigkeit direkt auf das Unterbewusste einwirken (frei zitiert nach Wikipedia).

Carpenter hasst Autoritäten seit seiner Jugend. Sein Film, so sagt er, sei ein Film gegen die Yuppies und ein Plädoyer für den Verfolgungswahn. Die Staatsmaschinerie setze ihre Macht ein, damit die Reichen reicher, die Armen ärmer werden und sich die Mittelklasse in Luft auflöse.

Heute, in den Zeiten von Chemtrails und HAARP, wird deutlich, daß John Carpenters Film kein Hirngespinst ist. Auch, wenn ich nicht im Einzelnen genau weiß, was alles auf Mutter Erde passiert, tut es gut zu wissen, daß es Menschen gibt, die wach sind. Doch worin besteht die Lösung? Vielleicht besteht die Lösung zunächst darin, Teil der Lösung sein zu wollen. Teil des Problems zu sein bedeutet, blind zu sein für die alltäglichen Verbrechen und Kriege der Mächtigen. So einfach ist das nun mal.

They live / Sie leben

John Carpenter 1988

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Ein Gedanke zu “„Mich ängstigt die Realität“

  1. jo Burkie,

    Auch ich frage mich tag täglich so beim erleben meiner Umwelt!
    „Sehen denn dies oder das die anderen Menschen nicht“?.

    Glaube ich dem Verschwörungsexperten oder berbirgt sich hinter dem Verschwörungsexperten der Verschwörer.

    Oder ist es diese unendliche lang Weile die auch mich dazu treibt hier ein Komentar abzugeben.

    Auf jeden fall stelle ich immer wieder fest, das wir als diese beschissene Spezie „Homo Sapiens Sapiens“ einfach nur mist bauen, weil wir es können ohne darüber nach zu denken

    Als ich letztens die Filmdoku „Lets make Money“ sah habe ich plötzlich begriffen wie sinnlos es Ist 15 Trilionen dollar zu besitzen. Geht es villeicht darum einfach nur diese neue form von Lebensenergie in form von Geld unter dem Deckmantel des Neo-Liberalen Welthandels aus allen Ländern der Welt zu saugen. Für so viel Geld kann man sich nicht mal was kaufen es ist eifach nur pervers Sinnlos.

    Gibt es nun haarps oder Chemtrails?

    Zu Dieser frage fällt mir nur das Milgram-Experiment ein

    http://de.wikipedia.org/wiki/Milgram-Experiment

    lese ich jetzt selber erstmal bei Wikipedia

    Auf jedenfall sollte man stehts versuchen mit Offenen augen durch die gegend zu laufen und daruf zu achten seinen so genannten Pferdeverstand nicht zu verlieren.

    Last dir kein X für ein U vormachen (betuppen) dann brauchst du auch keine angst vor der Realität zu haben, sondern wirst ein Teil von Ihr.

    Ultra

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