1968. Welch wunderbares Jahr. Eine längst überfällige Revolte fand stand, wurde jedoch von den Herrschenden im Keim erstickt, ohne dass es von vielen bemerkt wurde. Ich freute mich seit ein paar Jahren auf dieses Jahr, denn ich wusste sehr früh, was ich umgehend nach meinem 14. Geburtstag tun würde. Weil ich kein Interesse am Religionsunterricht hatte, würde ich unmittelbar austreten, erst aus dem Unterricht, dann aus der Kirche. Warum es in der Schule erlaubt war, Kinder mit einer menschenfeindlichen Ideologie zu tränken, konnte ich nicht verstehen. Ich hatte intuitiv recht früh verstanden, dass das Christentum sex- und kinderfeindlich ist, und wäre ich Adam gewesen, hätte ich mich nicht mit Eva von irgendeinem Idioten aus dem Paradies vertreiben lassen.

Dass ein Apfel am Tag gesund ist, das war zu meiner Kindheit jedem bekannt. Und was war gegen Erkenntnis einzuwenden? Oder was sollte ich gegen eine nackte Eva haben, wo ich bemüht war, durch jede Ritze das nackte weibliche Antlitz beobachten zu können? Die Kirche hatte nichts, um meine Fragen zu beantworten; im Gegenteil, ihre Pfaffen taten alles, um mich von meiner Fährte abzubringen.

Die Inder hatten es leichter als die Menschen, die unter der christlichen Dummheit groß wurden. Sie hatten es mit spielerischen Gottheiten zu tun, die die Wirklichkeit mit zahlreichen Schleiern verbargen, und um dieses Spiel mitzuspielen, waren die Menschen herzlich willkommen, lernten, respektvoll miteinander umzugehen, begrüßten sich mit „Namasté, ich grüße den Buddha in Dir.“

Meiner Mutter wurde es bei meiner Geburt in Gegenwart der verlogenen Nonnen so schlecht, dass sie das Krankenhaus fluchtartig verließ, mit einer Dringlichkeit, die sie vergessen ließ, dass ihr eigenes Kind nicht mit Muttermilch, sondern dem unheimlichen Getränk der Schwarzen Pädagogik aufgezogen wurde. Die Nonnen brüllten mir entgegen, dass ich schuldig sei, ohne dass ich wusste, wofür. Sie brüllten es allen anderen Kindern entgegen, diese verrückten Frauen, die nichts anderes gelernt hatten, als sich ihrer Weiblichkeit und ihrer Sexualität zu schämen.

Ich hatte keine Chance, mich ihrer zu erbarmen und wanderte vom Regen in die Traufe, als mich meine Mutter ein paar Wochen später heimholte.

Also freute ich mich von diesem Tag an auf die vordergründige Religionsfreiheit; ich drücke es mal so aus, um den Erzählfluß zu beschleunigen. 1968 konnte ich noch nicht wissen, wie heimtückisch dieses Religionsgebilde war. Ich brauchte meine Zeit, um all die Lügen zu entschleiern, die die Kirchen dieser Welt benutzen, um als Mächtige zu herrschen. Die politische Funktion des Christentums ließ sich relativ einfach entschleiern, wenn man bereit war, eins und eins zusammenzuzählen und Kreuzzüge, Hexenverbrennungen und Tellerweltbild in Zusammenhang mit der heutigen Kirche zu bringen. Schnell wurde klar, dass beide Kirchen den Faschismus unterstützten und dass die christliche Sexualmoral die beschissenste Moral aller Zeiten ist.

Doch inwieweit die inneren Ansichten eines Menschen von christlicher Doktrin besetzt und verschmutzt ist, wurde mir erst deutlich, als mein Großreinemachen mit Oshos Hilfe anfing.

Oshos Meditationstechniken sind revolutionär, weil ich an die Primärverbrechen der christlichen Indoktrination kam. Um die unsichtbaren Manipulationen zu erkennen und aufzulösen, nutzte ich das Potential zweier mächtiger Meditationen. Oshos Kundalini half mir, die Kraft zu generieren, um einen eigenständigen Weg zu gehen, und Oshos Dynamische, um alte Verhaltensmuster und Konditionierungen, die durch schwarze Pädagogik in jede Zelle eingeschleust worden sind, identifizieren zu können. Das reichte aus; alleine das Erkennen verbrecherischer Gedanken, Ansichten und Handlungsmuster, die nicht mein eigen waren, veränderte mein Leben für immer; weitaus intensiver als die politische Revolte 1968.

Eine Kurzgeschichte mit dem Titel „Gehirnwäsche“ zu schreiben, war einerseits spielerisches Resultat jahrelanger Arbeit – und andererseits ein köstlicher Affront auf all diejenigen, die Gehirnverschmutzung betreiben, aber Osho vorwerfen, er hätte Gehirnwäsche betrieben. Vielleicht hat er einen Rolls Royce zuviel gehabt, aber selbst damit kann ich leben, weil er seine Weise hatte, um mit den Medienfuzzies dieser Welt sein Spiel zu spielen. Aber was Osho mit mir nicht getan hat, kann ich mit Sicherheit behaupten. Er hat mein Gehirn nicht gewaschen.

Meine Gehirnwäsche habe ich selber machen müssen. Das bleibt auch keinem anderen Menschen erspart, sich seine Verhaltensmuster und Konditionierungen anzuschauen. Mann (oder Frau) muss dafür nicht als Mönch oder Nonne in ein Kloster gehen; im Gegenteil, das Leben fängt an,  erst richtig Spaß zu machen, wenn Mann und Frau sich als freie Wesen auf ihrem Weg vereinen, nicht nur rein platonisch.

.

Link

Gehirnwäsche

Kurzgeschichte

Friedland 2011

.

The Love of Helen and Paris

Jacques-Louis David

Louvre

Common Sense

Wikipedia

 

Advertisements

Ein Gedanke zu “Adams Idiot

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s